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Bauabzugssteuer

15 % des Rechnungsbetrags muss an das Finanzamt gezahlt werden, wenn der Bauherr unternehmerisch handelt (bspw. den gesamten Strom aus einer Solaranlage in das Netz einspeist).


Die Bauabzugssteuer wurde 2001 eingeführt, um den Steueranspruch auf Bauleistungen seitens des Staates zu gewährleisten. Sie gilt für Unternehmer im Sinne des § 2 Umsatzsteuergesetz (UStG). Jeder Photovoltaikanlagenbetreiber, der den Strom komplett in das öffentliche Stromnetz einspeist, gilt als Unternehmer (auch ohne ein Gewerbe anzumelden). Für private Bauherren gilt diese Regelung nicht.


Die Bauabzugssteuer stellt keine weitere Steuer dar. Der Auftragnehmer zahlt lediglich den größten Teil der Umsatzsteuer (15%) an das Finanzamt und nicht die Baufirma/Installateur. Diesen Betrag zieht er dann von der Rechnung ab, die er vom Installateur erhält.

Eine Ausnahme stellt eine vom Finanzamt ausgestellte Freistellungsbescheinigung nach § 48b des Einkommenssteuergesetzes (EstG) für den Installateur dar. Der Bauherr sollte diese allerdings beim Finanzamt prüfen lassen, da er später in der Haftung ist, sollte diese Bescheinigung nicht rechtens sein.

Die Bauabzugssteuer muss innerhalb der nächsten 10 Tage nach der Rechnungsbegleichung gezahlt werden.

Die Bagatellgrenze liegt bei 5.000 Euro. Wird diese unterschritten, muss keine Bauabzugssteuer gezahlt werden. (Ausnahmeregelung für Vermieter von Wohn- und Gewerbeflächen nach § 4 Nummer 12 Satz 1 EStG, hier 15.000 Euro).

Weitere Informationen zur Bauabzugssteuer enthalten die §§ 48 ff des Einkommenssteuergesetzes.

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